Musik : Ronnie: Die Autobiographie

Ronnie: Die Autobiographie

EUR 19,95


Musikkenner schätzen den Gitarristen mit dem pfiffigen Frettchengesicht schon seit den Sechzigern und wussten immer schon um seine musikalische Bedeutung. Anderen wiederum galt er lediglich als ewige Begleiterscheinung solcher Rockgrößen wie Jeff Beck, Rod Stewart und den Faces. Spätestens jedoch seit dem Jahr 1974, als die Stones ihn in ihren Reihen aufnahmen, wurde eine größere Weltöffentlichkeit auf ihn aufmerksam. Nun, nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit von 38 Jahren stellt Ron Wood sich seinem Publikum endlich einmal ordentlich vor. Ordentlich? Nun ja. Wie man dies bei Ronnie eben so kennt! Erwarte bitte niemand das säuberlich chronologische, tief reflektierte Erinnerungswerk eines altersweisen Rockstars. Ronnie, jüngster Spross einer Familie von „water gypsies“ - Menschen, die auf Londons Lastkähnen lebten und arbeiteten -, ist immer noch ein sympathischer Derwisch und Chaot – großspurig zuweilen und, naja – der Mann hat eben ALLES hautnah miterlebt. Wer also nachempfinden möchte, wie in den Anfangsjahren der Popmusik Hits entstanden, die heute noch jeder Spatz vom Dach pfeift, wer staunend erleben will, wie zum Soundtrack von The Who und den Small Faces, den Stones und Yardbirds, Instrumente, Bühnendeko und Hotelzimmer in ihre Kleinstbestandteile zerlegt wurden, wer aber auch die bittere Erfahrung machen möchte, wie die besten Musiker durch Drogen und Suff zugrunde gingen -, Ronnie Wood ist Ihr kenntnisreicher, launiger und keineswegs moralisierender Führer. Mit Jimi Hendrix die Bude geteilt. Ihm am Vorabend seines frühen Ablebens ein letztes Mal die Hand gereicht. Gejammt mit einem maulfaulen Bob Marley. Eric Clapton vom Heroin abgehalten, dafür Patty Harrison, die berühmte „Layla“, vernascht. Zu Rod Stewarts „Maggie May“ geniale Riffs beigesteuert. Das Ganze hochbrisant gewürzt mit Speed, Heroin, Koks, Alkohol. Ein Leben als ewigwährender, aber brandgefährlicher Kindergeburtstag. Seriösere Naturen werden den schnoddrig hedonistischen Tonfall und das immer wieder aufblitzende Rock’n’roll –Großmannsgehabe nicht immer schätzen. Naturgemäß nimmt die Zeit bei den Stones an der Seite seines Bruders im Geiste, Keith Richards, den breitesten Raum ein und liefert die spannendsten Innenansichten. Eine Anekdote jagt die nächste in dieser wilden Hatz auf der Überholspur. Macht Spaß, erschöpft aber letzendlich. Ein Wunder, dass man so etwas überleben kann. Freuen wir uns mit Ronnie! –Ravi Unger

im rockstar-büro - ein vergnügliches, charmant-oberflächliches buch des ewigen nachwuchs-stones.wie üblich bei solchen autobiografien gerät die kindheit zu ausführlich, und das ende rinnt aus. dazwischen hakt ronnie die bekannten anekdoten ab (wie charlie mal mick gehaut hat und sich vorher extra in den anzug warf), betreibt massives namedropping (von groucho marx bis muhammed ali) und gibt einen ganz guten einblick in beruf und freizeitverhalten des gewöhnliche superstars.was dieses buch über vergleichbares hinaushebt: ronnies wunderbar schicksalsergebener schmäh, der seine tieferen weisheiten eträglich macht (und umgekehrt).zur enttäuschung mancher leser über fehlende neue erkenntnisse zum soziotop rolling stones: ich vermute mal, die gibt es schlicht nicht. das leben im rockstar-büro kann nämlich auch ganz schön fad sein, these days.ronnies buch endet mit der hoffnung, geborgen in familie und musik, der flasche entkommen zu sein. eine bittere pointe, dass wood inzwischen durch allerbilligste eskapaden, die an den ganz späten harald juhnke erinnern (wodka, ein menschliches spielzeug im enkeltochteralter und völlig weggebrochene hemmschwellen gegenüber medien spielen dabei die hauptrollen), unfreiwillig für sein buch werbung macht.

Ronnie, wie er halt ist - Biografien über die Rolling Stones gibt es ja wie Sand am Meer, selten sind sie aber von den Musikern selbst. Der erste war Bill Wyman, Mick Jagger hätte der zweite sein können, jedenfalls wurde ihm ein Haufen Geld angeboten, sowas zu schreiben. Da er aber einige Gedächtnislücken hatte, was so alles wirklich (also Fahlen, Zaten, Dakten - Entschuldigung - Zahlen, Daten, Fakten) passiert ist, wollte er Bill anzapfen, der als Chronist der Stones gilt, aber Bill hat ihm eine lange Nase gezeigt.Also ist jetzt Ronnie Wood der zweite Stone, der eine Autobiografie geschrieben hat. Kommt da viel Neues raus? ----Nääää.Trotzdem ist Ronnies Buch sehr unterhaltsam. Er wirkt hier eher als Plauderer denn als Chronist und das kann er gut. Es gibt viele Anekdoten. Wenn es dann mal über die Stones geht, kommt meistens Keith Richards ins Spiel, von den anderen Stones ist recht wenig zu erfahren.Die Frage ist, ob das überhaupt ein Kritikpunkt ist, denn das hier ist Ronnies Biogafie, nicht der der Rolling Stones.Sicher hat das Buch Fehler, weil es dem Stonesfan danach dürstet, mehr über das Innenleben der Stones zu erfahren, das kommt aber nur selten vor und deshalb ist das Buch so, wie Ronnie halt ist, bzw. sein Gitarrenspiel. Fehlerhaft, aber immer irgendwie sympathisch. Trotzdem gibt es den vierten Stern nur wegen den schönen Illustrationen im Buch, die von Ronnie (Wer es nicht weiß, Ronnie ist ein sehr guter Maler/Zeichner) selbst stammen.

Wenig Infos, wenig Tiefe - Nach den Biographien von Eric Clapton, Andy Summers, Sting, Pattie Boyd und anderen ist dies mit Abstand die schwächste. Namedropping auf allen Seiten, kurze Anekdoten, aber keine Zusammenhänge, Entwicklungen, tiefere Einsichten. Eher langweilig. Ronnie hatte offenbar immer nur Spaß, viel mehr als das vermittelt er nicht. Erst am Ende des Buches bekommt man eine Ahnung, dass der geschilderte Spaß unter Dauer-Drogenkonsum doch fragwürdig war und seine Familie und Freunde auch viel Stress mit ihm hatten. Aber all das wird nicht näher ausgeführt, Charaktere - auch von seinen besten Freunden - werden nicht deutlich. Sehr enttäuschend!

Kurzweilige Unterhaltung - Ich kann mich nur anschliessen .. ganz nett und teilweise witzig, kann aber mit z.B. Stone Alone oder gar der aktuellen Eric Clapton Story in keinster Weise mithalten.

Gute Unterhaltung und viel Spaß - Zugegeben, das Buch ist nicht gerade in der Weltliteratur angesiedelt, aber das ist auch sicherlich nicht die Idee gewesen.Ronny Wood erzählt flüssig sein recht farbenfrohes Leben als Mensch, Musiker und Maler. Auch seine Tiefpunkte werden ausgiebig dargestellt. Dazwischen immer wieder von Wood erlebte Gags und slapstick-artige Erlebnisse. Für mich sehr unterhaltend und spannend. Was habe ich daraus gelernt: Neben Keith Richards werden nach einem Atomkrieg nicht nur Kakerlaken überleben sondern auch Ronny Wood.




Ronnie: Die Autobiographie